Laut JIM-Studie 2017 ist YouTube die beliebteste Online-Plattform bei Jugendlichen. Dabei werden von Jungs bevorzugt „Let’s play Videos“, „lustige Clips von YouTubern“ und „Videos von YouTubern über aktuelle Nachrichten“ geschaut. Mädchen bevorzugen neben „lustigen Clips von YouTubern“ „Mode-/Beauty-Videos“ und „Tutorials“. Die meisten Kinder und Jugendlichen haben die Kanäle ihrer Lieblingsstars fest abonniert und verfolgen regelmäßig deren Clips und Infos. Die YouTube Stars sprechen direkt zu ihren Fans, bieten Formen der dialogischen Kommunikation an und werden oft als beste Freundin oder bester Kumpel angesehen. Vorbilder aus den Medien spielen gerade für viele Heranwachsende eine wichtige Rolle. Heute steht für viele Jugendliche der Berufswunsch „YouTuber“ oder auch „Influencer“ ganz oben auf der Liste.

Aus (medien)pädagogischer Perspektive stellt sich hier die Frage, wie Kinder und Jugendliche lernen können, Formen unterschiedlicher Beeinflussung über YouTuber und Influencer – bspw. Aspekten kommerzieller als auch politischer Einflussnahmen – reflexiv begegnen zu können. Zielführend ist dabei einerseits, Diskurse der Formate im Unterricht aufzunehmen und einzunordnen, also den Entstehungszusammenhang zu reflektieren (Monetarisierung, Kooperationen etc.) und auch das Selbstverständnis der YouTuber zu hinterfragen (Sind es Journalisten? Was wollen sie?). Aus medienethischer Perspektive sollte sich darüber hinaus auch mit Fragen des Authentischen und Inszenierten als auch mit der Frage nach Verantwortung auf Seiten der YouTuber auseinandergesetzt werden und der eigene Meinungsbildungsprozess von den Schülerinnen und Schülern in den Blick genommen werden.

Der Workshop gibt einen kurzen Überblick zum Thema Thema „Influencer Marketing“ und dem dazu vom NLQ entwickelten Material, welches sich auf ein Bewegtbildanalyse-Tool stützt, mit dem unterschiedliche Influencer Videos auf YouTube mit filmanalytisch bearbeitet und reflektiert werden können. Nach einer kurz gehaltenen Einführung in das Werkzeug bildet das aktive Erproben durch die Teilnehmer/innen den Schwerpunkt des Workshops.
BRINGEN SIE NACH MÖGLICHKEIT BITTE EIN EIGENES ARBEITSGERÄT (NOTEBOOK ODER GEGEBENENFALLS TABLET) MIT.

Zielgruppe: Sek. II (Sek I mit Einschränkungen)

Referentin: Dr. Nina Köberer |